Einen Businessplan erstellen: Der Überblick



Jetzt mal Hand aufs Herz: Muss ich wirklich einen Businessplan erstellen? Die Frage lässt sich ganz klar mit einem JA beantworten. Nicht jeder ist bei seiner Gründung gezwungen, einen Businessplan zu erstellen. Wenn nicht von Aussen wegen einer Finanzierung über die Bank oder dem Gründungzuschuss der Arbeitsagentur ein Businessplan gefordert wird, weshalb sollte ich mir dann die Mühe machen?

Die Antwort ist ganz einfach: Egal ob große Gründung oder kleiner Einzelkämpfer, ein Businessplan hilft ganz entscheidend die Marschrute für die nächsten Monate festzulegen und Unwägbarkeiten auszumachen.

Warum sollte ich einen Businessplan erstellen?

Egal ob irgendwer einen Businesspan von Ihnen verlangt oder nicht, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und einige wesentliche Dinge rund um Ihr Business durchdenken. Mit dem Erstellen eines Businessplans zwingen Sie sich bestehende Annahmen zu hinterfragen und decken versteckte Probleme auf, die Ihnen sonst gar nicht in den Sinn gekommen wären.

Es geht nicht darum ein eigens Buch über Ihren Start in die Freelancer-Karriere der nächten fünf Jahre zu schreiben, sondern viel mehr um eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Annahmen und bestehenden Rahmenbedingungen. Ihre Gedanken können Sie auf wenigen Seiten zu Papier bringen. Das ist völlig ausreichend

Durch das Aufschreiben befassen Sie sich viel intensiver mit Ihrem Business-Konzept, als würden Sie Ihre Überlegungen nur im Kopf durchdenken. Und vielleicht entdecken Sie den einen oder anderen Stolperstein, den Sie sonst übersehen hätten.

Nicht zuletzt legen Sie mit Ihrem Businessplan messbare Erfolge fest, die Sie jederzeit nachlesen können und das Erreichen Ihrer Ziele überprüfen können. Die Gefahr sich in immer neuen Ideen zu verzetteln, wird so stark reduziert.

Eine gute und detaillierte Planung ist der Grundstein für Ihren Erfolg!

Oder anders formuliert: Legen Sie messbare Ziele fest. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Bauchgefühl!

Zusammengefasst: warum sie einen Businessplan erstellen sollten

  • Durch das Aufschreiben sind Sie gezwungen, sich intensiver mit Ihren Annahmen und Planungen auseinander zu setzen.
  • Der Businessplan zeigt Schwachpunkte in Ihrem Konzept auf.
  • Sie legen messbare Ziele in Ihrem Businessplan fest, deren erreichen Sie jederzeit überprüfen können.
  • Sie erlangen Sicherheit mit Ihrem Businessplan, weil Sie auf Veränderungen vorausschauend reagieren können.

Hilfreiche Beiträge, um ihren Businessplan zu erstellen

Welche Inhalte Sie für Ihren Businessplan erstellen sollten

Der minimale Umfang eines Businessplans besteht aus drei Bereichen: einer organisatorischen Betrachtung, einem Marketingplan und einem Zahlenteil mit den wichtigsten Zahlen im Überblick.

Was gehört in den organisatorischen Teil des Businessplans?

Wenn Sie Ihren Businessplan erstellen, beginnen Sie mit der Beschreibung Ihrer Geschäftsidee. Überlegen sie, welche Probleme Sie für Ihre Kunden lösen können, also warum die Welt sie so dringend braucht.

Und ganz simpel: Wer sind Ihre Kunden?

Kümmern Sie sich danach um Ihre Produkte und Dienstleistungen. Was genau möchten Sie anbieten? Beschreiben Sie kurz jedes Produkt und jede Leistung, für denen Ihre künftigen Kunden einen Bedarf haben.

Preise für Dienstleitungen können sich an völlig verschiedenen Gesichtspunkten orientieren. Ein Designer oder Handwerker wird vorrangig nach Stundensätzen abrechnen, ein Autor nach Wörtern und ein Paketzusteller vielleicht auf Basis ausgelieferter Sendungen.

Wenn es Ihre Geschäftsidee zulässt, kalkulieren Sie den Preis für jedes Angebot oder den Stundensatz. Sollten Sie keinen Einfluss auf den Preis haben, weil er Ihnen durch den Auftraggeber vorgeschrieben wird, benennen Sie diese Preise als Grundlage für alle weiteren Kalkulationen.

Nennen Sie Ihre Unternehmensform, also ob Sie Gewerbetreibender oder Freiberufler sind oder eine Gesellschaftsform wählen und warum.

Beschreiben Sie auch kurz wie die eigentliche Wertschöpfung zustande kommt: Wie erstellen Sie Ihre Produkte oder wie erbringen Sie die Dienstleitungen, benötigen Sie Mitarbeiter oder Unterstützung von anderen Unternehmen?

Werfen Sie einen Blick auf Ihre Konkurrenten und entwickeln Sie ein Profil, dass Sie abhebt und Ihnen einen Vorteil verspricht. Sie müssen das Rad nicht neu erfinden, wenn Sie zum Beispiel eine bestehende Idee in Ihre Region tragen, kann das schon Ihr Alleinstellungsmerkmal sein. Sie gewinnen mit einer kleinen Konkurrenzanalyse gleich Überblick über Ihre direkten Mitbewerber.

Zusammengefasst: Das gehört in den organisatorischen Teil des Businessplans:

  • eine Beschreibung der Geschäftsidee
  • ein Überblick zu den Produkten und Dienstleistungen
  • die Preise und eine Kalkulation für Ihre Angebote
  • die Unternehmensform
  • eine Analyse der Konkurrenz
  • Organisation der Arbeitsprozesse

Wie Sie einen Marketingplan für Ihren Businessplan erstellen

Der Marketingplan umreißt grob, welche konkreten Schritte Sie unternehmen wollen, um neue Kunden und Aufträge zu gewinnen. Beschreiben Sie jede Maßnahme von Anzeigenschaltung bis zur eigenen Webseite. Wichtig hierbei sind die zu erwartenden Resultate.

Zur Werbung für Ihr Unternehmen gehören auch Flyer, Visitenkarten, Geschäftspapier etc. Listen Sie alles genau auf und prüfen Sie, was Sie davon wirklich brauchen und wann. Schließlich müssen Sie alles aus der eigenen Tasche bezahlen.

Einen guten Überblick liefert eine Zusammenstellung aller geplanten Aktionen im zeitlichen Zusammenhang. Das sollte für den Anfang genügen.

Zusammengefasst: Das gehört in den Marketingplan

  • alle konkreten Schritte, um neue Kunden und Aufträge an Land zu ziehen
  • eine Übersicht zu allen Werbematerialien
  • ein Zeitplan für die Umsetzung

Der Zahlenteil für den Businessplan

Jetzt wird es konkret! Je nachdem wofür Sie den Businessplan erstellen, kann der Zahlenteil kleiner oder umfangreicher ausfallen.

Begnügen wir uns mit einer “Spar-Version” und erstellen Sie eine Übersicht aller anfallenden Kosten, eine Einnahme-Übersicht und eine gemeinsame Übersicht von Einnahmen und Kosten nach Monaten (Liquiditätsplanung).

Die Kosten schlüsseln Sie nach Kategorien auf, von den Anschaffungskosten für Ausstattung und Geräten über Werbung bis hin zu laufenden Kosten für Miete und Versicherungen. Vergessen Sie nicht sich selbst als Kostenfaktor mit einzubeziehen. Sie brauchen schließlich etwas im Kühlschrank.

Die Einnahmen können Sie nur schätzen und das bitte eher zurückhaltend. Sie können auch zwei verschiedene Übersichten zu einer optimistischen und einer konservativen Annahme erstellen.

Beide Übersichten legen Sie zunächst für jeden Monat des ersten Jahrs Ihrer Selbstständigkeit an. Weiterführende Planungen sind meist zu ungenau, um verlässliche Auskünfte zu geben.

Führen Sie beide Übersichten nocheinmal gesondert zusammen, um einen Einblick in den zu erwartenden Gewinn zu bekommen.

Gerade Dienstleistungen werden in der Regel im nachhinein bezahlt und obwohl Sie jeden Tag fleißig arbeiten, ist erst nach einem Projekt Zahltag. Das kann zu finanziellen Engpässen führen und mit einer Liquiditätsübersicht erkennen sie solche Engstellen schneller.

Zusammengefasst: Das gehört in den Zahlenteil

  • eine Übersicht zu allen Kosten
  • eine realistische Übersicht zu den Einnahmen
  • eine Übersicht zur Liquidität

Wie geht es nun weiter?

Jetzt haben Sie einen ersten groben Überblick zum Erstellen eines Businessplans bekommen. Nun beginnen Sie einfach! Es gibt nicht viel falsch zu machen, außer nichts zu tun!

Dieser Artikel ist natürlich nur ein kleiner Abriss darüber, wie Sie einen Businessplan erstellen können. Sollten Sie noch weitere Hilfe für ihren Businessplan brauchen, hilft Ihnen die Businessplan Anleitung von Werk Ost. Darin enthalten sind nicht nur zahlreiche Tipps und Tricks zum Schreiben, sondern auch eine Vorlage für den Zahlenteil und den Textteildes Businessplans.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Businessplan Anleitung von Werk Ost.