Die 8 gravierendsten Fehler bei der Unternehmensgründung


Jährlich erscheint der DIHK-Gründerreport und gibt eine Einschätzung der IHK-Organisationen zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Durch die Gespräche mit den Gründern, erhalten die Berater der IHK ein gutes Bild über die Herausforderungen jedes einzelnen Gründers. Wer sich den Report schon einmal angesehen hat, staunt nicht schlecht, mit welchen Defiziten Gründer kämpfen. Schauen Sie sich die Liste einmal an und vermeiden Sie diese Fehler.

Es ist kaum zu glauben, doch wiesen insgesamt 48 % der Geschäftskonzepte im letzten Jahr (2008) schwere Mängel auf. Schauen wir uns die Defizite einmal etwas genauer, damit Ihnen so etwas nicht passiert. Die einzelnen Punkte sind nach der Häufigkeit absteigend sortiert und die erwähnten  Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2008 (DIHK-Gründerreport 2009).

Kaufmännische Defizite (54%)

Darunter versteht die IHK Preiskalkulation, Kostenrechnung und betriebswirtschaftliche Planrechnungen. Also alles Themen, die durch selbständige Weiterbildung vermeidbar sind.

Mit einem Tag Weiterbildung und anschließenden Selbststudium lässt sich hier einiges machen. Das Internet ist voll von Informationen, Tutorien und Selbstlernkursen. Die meisten Angebote sind sogar kostenlos. Wenn Sie bei diesen Themen Schwierigkeiten habe, schaffen Sie schnell Abhilfe oder überlegen Sie sich, ob sie als Unternehmer geeignet sind.

Sie können zwar einen Großteil dieser Aufgaben delegieren, nur wer soll den Gesamtüberblick behalten, wenn nicht Sie?

Zu wenig Gedanken zum Alleinstellungsmerkmal der Geschäftsidee (51%)

Sie möchte ein Produkt verkaufen, können aber nicht die Vorteile zur Konkurrenz benennen? Wenn Sie nicht wissen welche Vorteile ihr Produkt hat, was es besser macht oder warum es leistungsfähiger ist, wie wollen Sie es verkaufen?

Wenn Sie mit diesem Punkt Probleme haben, besorgen sie sich Hilfe vom Profi. Sprechen Sie mit Marketingsexperten oder einem Werbefachmann. Das Alleinstellungsmerkmal ist eines der wesentlichen Verkaufsargumente.

Startinvestitionen oder laufende Kosten zu niedrig eingeschätzt (47 %)

Sicherlich ist es für einen Existenzgründer nicht immer einfach, alle Zahlen genau abschätzen zu können. In diesem Fall suchen Sie Kontakt zu einem Unternehmensberater oder Gründungsberater. Die laufenden Kosten und Investitionen geben die Grundlage für sämtliche Kalkulationen. Im Internet finden Sie Beispielrechnungen, was zu ihren Kosten alles zählt.

Finanzierung nicht gründlich genug durchdacht (44 %)

In Zeiten der Wirtschaftskrise ist es mitunter schwer, genügend Kapitalgeber zu finden. Selbst wenn Sie sich sicher sind, eine ausreichende Finanzierung ihres Unternehmens aufgebaut zu haben, sollten Sie nach Alternativen recherchieren. Nutzen Sie unbedingt die Förderungen des Bundes, der Länder und Banken.

Unklare Vorstellungen zur Kundenzielgruppe (38 %)

Ähnlich wie die Defizite beim Alleinstellungsmerkmal wirkt sich dieser Punkt aus. Sie können ein noch so tolles Produkt haben, wenn Sie ihre Zielgruppe nicht erreichten, verkaufen Sie nichts. Sie müssen unbedingt wissen, an wen Sie ihre Werbebotschaften adressieren. Alternativ können Sie Ihre Werbebudget am Lagerfeuer verbrennen.

Produktidee nicht klar beschrieben (34 %)

Sie sollten wissen, was Sie anbieten. Wie sollen Sie es sonst verkaufen?  Hierbei geht es um den Kern Ihrer Geschäftsidee! Wenn Sie Probleme bei der Formulierung haben, lassen Sie sich von Freunden und Bekannten helfen. Sollten Sie hingegen keine genauen Vorstellungen haben, was Ihr Produkt ist oder darstellt, überdenken sie ihr Gründungsvorhaben bitte.

Erwarteter Umsatz unrealistisch hoch eingeschätzt (34 %)

Hier verhält es sich sicher ähnlich wie bei den laufenden Kosten. Haben Sie Probleme realistische Zahlen zu finden oder abzuschätzen, kontaktieren Sie jemanden der sich damit auskennt. Was wollen Sie tun, wenn der erwartete Umsatz nicht genügend Gewinn zum Überleben übrig lässt? Sie möchten ja schließlich nicht im Gründungsjahr den Laden wieder abschließen.

Unzureichende Fach- und Branchenkenntnisse (27 %)

Diese 27 % sollten sich sehr genau überlegen, ob ein eigenes Unternehmen die richtige Wahl ist. Organisatorische und betriebswirtschaftliche Defizite lassen sich in kurzer Zeit ausgleichen. Nur wie soll ein Geschäftsführer ein Unternehmen leiten, von dem er nicht weiß, wie die Produkte funktionieren oder hergestellt werden? Wie soll er Entscheidungen treffen, wenn er die Gepflogenheiten des Marktes nicht kennt?

Tipp zum Thema

Wie Sie an den hohen Prozentzahlen sehen, sind diese Fehler nicht unbedingt selten. Fragen Sie sich einmal bei jedem einzelnen Punkt: Wie steht es mit meiner Qualifikation?

Nutzen Sie die Angebote zur Gründerberatung und besuchen Sie ein Seminar für Existenzgründer!

Hier finden Sie den vollständigen DIHK-Gründerreport 2009 [PDF].

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