Einzelunternehmen (Unternehmensformen Teil 1)


Eine der wichtigsten und ersten Fragen bei einer Gründung ist die Wahl der Rechtsform. Dies ist der erste Teil der Serie Unternehmensformen. In den folgen Wochen möchte ich die wichtigsten Arten von Unternehmen vorstellen. Die einfachste Variante ist wohl das Einzelunternehmen. In der Regel ist das auch die erste und unkomplizierteste Wahl bei einer neuen Gründung junger Unternehmer.

Welche Rechtsform man wählt ist von vielen Faktoren abhängig. Im Vordergrund stehen dabei die steuerliche Rahmenbedingungen, der Finanzierungsbedarf und die Haftung. Jeder kann die Form des Unternehmens frei wählen.

Das Einzelunternehmen wird von einer einzelnen natürlichen Person selbstständig geführt. Zu den Einzelunternehmen zählen auch die Freiberufler. Das sind zum Beispiel:

  • Ärzte
  • Architekten
  • Künstler
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater

Gründung eines Einzelunternehmens

Die Gründung eines Einzelunternehmens ist relativ einfach und unspektakulär. So ist kein Mindestkapital vorgeschrieben und die Gründung kann formlos erfolgen. Dafür bekommt man die Entscheidungsfreiheit über sein geschäftliches Handeln und den Gewinn oder Verlust seiner Geschäftsaktivitäten.

Nimmt der Gründer eine gewerbliche Tätigkeit auf, muss er diese dem Gewerbeamt seiner Gemeinde oder Stadt melden. Das Gewerbeamt setzt sich mit dem Finanzamt in Verbindung und unterrichtet dieses über die Betriebsgründung.

Steht kaufmännisches Handeln im Mittelpunkt der Unternehmensaktivitäten, ist eine Eintragung im Handelsregister vorgeschrieben. Der Einzelunternehmer ist somit ein eingetragener Kaufmann und die Firma bekommt den Zusatz „e. K.” oder „eingetragener Kaufmann”. Dieser Zusatz ist verpflichtend. Maßgebend für den Kaufmann ist das Handelsgesetzbuch (HGB).

Gewinnermittlung im Einzelunternehmen

Alle am Geschäftsverkehr teilnehmenden Personen habe die Pflicht ihre Geschäfte ausnahmslos zu dokumentieren. Alle Eingänge und Ausgänge von Zahlungen sind anhand von Belegen zu dokumentieren und zu archivieren.

Bei Umsätzen unter 500.000 Euro und einem Gewinnen unter 30.000 Euro pro Jahr reicht eine einfache Einnahmeüberschussrechnung. Dabei werden die Einnahmen den Ausgaben eines Geschäftsjahres gegenübergestellt und das Ergebnis ist der Geschäftserfolg. Das kann ein Gewinn oder ein Verlust sein. Die Formel lautet also:

Einnahmen – Ausgaben = Erfolg

Besteht eine Verpflichtung zur Bilanzierung, müssen die Umsätze in einer Bilanz für das Geschäftsjahr erfasst werden. In diese Fall empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Steuerberater.

Haftung im Einzelunternehmen

Der Einzelunternehmer haftet unbeschränkt mit seinem Geschäfts- und Privatvermögen. Das hat nicht nur Nachteile. Zum Beispiel können bei der Kreditvergabe private Sicherheiten von Vorteil sein. Andererseits gründet man ja in der Regel kein Unternehmen um Verluste zu machen.

Steuerliche Behandlung des Einzelunternehmens

Ist der Unternehmer gewerblich Tätig, ist er gewerbesteuerpflichtig. Wobei die Gewerbesteuer mit einem Freibetrag von 24.500 Euro auf die Einkommenssteuer angerechnet wird.

Alle Einkünfte sind der Einkommenssteuer unterworfen und werden im Jahr der Entstehung versteuert. Steuerpflichtig ist nicht das Unternehmen, sondern der Unternehmer/Inhaber.

Der Einzelunternehmer ist ebenso umsatzsteuerpflichtig, wenn er nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällt. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer können die Vorsteuer geltend machen, was bei Kleinunternehmern nicht das Fall ist.