Kreative Projekte finanzieren mit Crowdfunding


Crowdfunding hat allein im letzten Jahr 80 Millionen Dollar in den USA umgesetzt. Nun kommt der Trend der Finanzierung über eine Community und viele kleine Beteiligungen auch nach Deutschland. Lesen Sie jetzt, wie Crowdfunding funktioniert, welche Anbieter es gibt und welche Vor- und Nachteile Crowdfunding mit sich bringt.

Im Moment sorgt eine Studie zum Crowdfunding für ordentlichen Wirbel im Internet. Das Institut für Kommunikation in Sozialen Medien hat die deutsche Szene der Crowdfunding Anbieter unter die Lupe genommen und die ersten Zahlen über Beteiligungen, Umsätze und Erfolgsaussichten vorgelegt.

Laut dieser Studie wurden bereits 208.000 Euro umgesetzt, bei durchschnittlich 79 Euro pro Unterstützer und Projekt. Wobei kleinere Projekte mit einer niedrigen Gesamtinvestition höhere Aussichten auf Erfolg haben, als Projekte mit einer hohen Gesamtinvestition.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Die Idee von Crowdfunding ist einfach: viele Unterstützer leisten einen Betrag zur Gesamtfinanzierung eines Projekts. Als Gegenleistung erhalten sie keine Zinsen oder eine Rückzahlung, sondern der Initiator des Projektes bietet das fertige Produkt, eine Gewinnbeteiligung oder eine andere Art der Gegenleistung.

Ein Projekt ist jedoch nur erfolgreich, wenn sich genügend Unterstützer finden, die die Gesamtsumme finanzieren. Schafft es eine Idee nicht, ausreichend Unterstützer zu finden, dann gilt die Idee als gescheitert. Anteilige Finanzierungen werden nicht ausgezahlt.

Crowdfunding hat also eine starke soziale Komponente. Ein Projekt funktioniert nur bei einer starken Community an Unterstützern.

Bisher konzentrierten sich die Plattformen für Crowdfunding überwiegend auf kreative Projekte. Doch mittlerweile haben sich auch Anbieter auf die Finanzierung von Start-Ups spezialisiert.

Für die Vermittlung und Präsentation der Projekte erheben die Crowdfunding Plattformen eine Gebühr, die meist nur für erfolgreiche Projekte erhoben wird.

Der Unterschied zu Mikrokrediten

Mikrokredite, wie zum Beispiel von Smava, beruhen auf dem klassischen Prinzip von Kreditnehmer und Kreditgeber, wobei der Kreditgeber aus vielen einzelnen Personen besteht.

Der Anleger bekommt für seine Beteiligung einen vorher vereinbarten Zinssatz. Die Beträge für eine Beteiligung liegen meist über dem Durchschnitt von Crowdfunding.

So ist auch die Bandbreite der möglichen Projekte größer als bei Crowdfunding. Mikrokredite können für die unterschiedlichsten Vorhaben eingesetzt werden, von der Vorfinanzierung von Aufträgen, bis hin zur Renovierung der eigenen Wohnung.

Vorteile von Crowdfunding

  • emotionale Beteiligung der Unterstützer
  • öffentliche Wahrnehmung der Projekte
  • risikoloses Testen neuer Ideen
  • Beteiligung mit geringen Beträgen möglich
  • freie Wahl der Gegenleistung

Nachteile von Crowdfunding

  • hoher Aufwand für Management des Projekts
  • umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit zur Bewerbung der eigenen Idee
  • die Idee des Crowdfunding ist in Deutschland noch nicht vollkommen etabliert
  • viele Unterstützer notwendig
  • meist nur kleinere Projekte erfolgreich

Deutschsprachige Crowdfunding Plattformen

Inkubato

inkubato.de

startnext

startnext.de

mysherpas

mysherpas.com

visionbakery

visionbakery.de

betterplace

betterplace.org

seedmatch

seedmatch.de

investiere

investiere.ch

Englischsprachige Crowdfunding Plattformen

kickstarter

kickstarter.com

indie gogo

indiegogo.com

Weitere Ressourcen im Web

Studie zum Crowdfunding von ikosom (kostenpflichtig)
Umfangreiche Liste mit Crowdfunding-Plattformen
Interview mit Tilo Schmidt, Inkubato
Interview mit Jens-Uwe Sauer, Seedmatch