So starten Sie erfolgreich in die Selbständigkeit


Es klingt schon ziemlich verlockend, die Sache mit der Selbständigkeit. Nur wo beginnen und möglichst keinen Fehler machen? Dieser Beitrag zeigt Ihnen, worauf Sie bei den ersten Schritten in die Selbständigkeit achten sollten und wie Sie Ihr “Baby” auf den richtigen Weg bringen.

Starten Sie gerade in eine Karriere als Unternehmer, gibt es einige Hürden, die Sie zu nehmen haben. Aus meinen eigenen Erfahrungen als Selbständiger kenne ich die Probleme und Fragen, die es beim Start in die Solokarriere gibt.

Überlegen wir uns zunächst einmal, was es eigentlich heißt selbständig zu sein und wo die Schwierigkeiten ihren Lauf nehmen.

Was bedeutet Selbständigkeit?

Selbständig zu sein heißt in erster Linie für alles selbst verantwortlich zu sein und die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Das ist eine gute Sache, denn Sie können am Ende niemandem die Schuld an etwas geben. Eröffnet Ihnen aber riesige Möglichkeiten sich selbst zu entfalten.

Es gibt unzählige Möglichkeiten wie Sie Ihr Geld verdienen können: Berater, Coach, Designer, Programmierer, Haushaltshilfe, Autor, Veranstaltungstechniker, Industriekletterer, Künstler oder Malermeister. Es liegt ganz allein an Ihnen.

Dabei ist es völlig egal, ob Sie für Agenturen als Subunternehmer oder für eigene Kunden arbeiten. Beides hat seine Vor- und Nachteile. In jedem Fall sind Sie für die geleistete Arbeit und die Bezahlung selbst verantwortlich.

Deshalb erfordert die Selbständigkeit mehr als nur die Fähigkeiten die für den eigentlichen Job nötig sind. Als Selbständiger müssen Sie

  • sich verkaufen, also neue Kunden gewinnen
  • Steuern und Buchhaltung im Blick haben
  • Zeitmanagement beherrschen
  • Aufträge kalkulieren
  • Preise festlegen
  • rechtlich abgesichert sein
  • effektiv und gewinnorientiert arbeiten

Sie sollten immer im Blick haben, dass jede Tätigkeit oder Aktion die Sie im Rahmen Ihrer Selbständigkeit (für Auftraggeber) ausführen in irgendeiner Weise einen Gewinn für Sie abwirft. Ob das nun in Geld messbar ist oder nicht, spiel keine Rolle.

Ämter und Behörden

Deutschland ist nicht gerade das Land, das es Gründern einfach macht. Die Weltbank erhebt regelmäßig Studien darüber, wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einem Land sind. Deutschland belegt Platz 88 von 183, wenn es darum geht ein Unternehmen zu gründen (hier die gesamte Auswertung der Studie “Doing Business“).

In einigen Brachen benötigen Sie für bestimmte Tätigkeiten eine Erlaubnis. Ob das in Ihrem Fall so ist, erfahren Sie bei Berufsverbänden, Gewerbeämtern, der Handelskammer oder Handwerkskammer.

Gewerbe oder Freiberufler?

Es gibt so manche komplexe Firmenstruktur und für Laien undurchsichtige Rechtsformen. Als Selbständiger lassen Sie sich wahrscheinlich auf die einfachste Rechtsform ein und melden ein Gewerbe an oder sind in einem freien Beruf tätig.

Damit wird die Prozedur der Gründung wesentlich vereinfacht. Sie sollten sich jedoch ausführlich zum Thema Rechtsform und Steuern von einem Steuerberater oder Unternehmensberater informieren lassen.

Branding – schaffen Sie eine Marke

Menschen denken in Bildern und Geschichten. Deshalb sollten Sie so früh wie möglich Ihr Erscheinungsbild und Ihre Marke in Angriff nehmen. Schaffen Sie ein Image rund um Ihr Angebot und erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit. Denn nur wenn jemand Ihre Angebote kennt, kann er es kaufen.

Firmenname

Ob Sie nun einen Fantasienamen als Firmenbezeichnung wählen oder Ihren eigenen Namen benutzen, liegt an Ihnen.

Mit einem Fantasienamen haben Sie größere Chancen später zu wachsen und Ihr Unternehmen auszubauen. Arbeiten Sie eher als Subunternehmer, dann reicht auch Ihr eigener Name.

Generell sollte der Firmenname

  • einprägsam
  • einfach und kurz
  • wieder erkennbar und
  • universell einsetzbar sein.

Einige Hinweise finden Sie im Beitrag Den passenden Firmennamen finden.

Geschäftsausstattung

Im nächsten Schritt kümmern Sie sich um Ihre Geschäftsausstattung. Dazu gehören als Grundausstattung ein markantes Logo, Visitenkarten, Briefpapier und eine Website. Alle Materialien die Sie nach außen geben oder von jedem einsehbar sind, sollten einen frischen und professionellen Eindruck machen.

Investieren Sie etwas Geld in einen professionellen Designer. Der Aufwand lohnt sich und macht sich über kurz oder lang in lukrativen Aufträgen bezahlt.

Website

Eine eigene Website ist unbedingt notwendig. Bei der Wahl des richtigen Domainnamens bedenken Sie, dass er einprägsam und ohne Verwechslung wieder zu finden ist.

In der heutigen Zeit machen Sie mit einer E-Mail Adresse von Google Mail, GMX oder was auch immer keinen guten Eindruck. Schon dafür lohnt sich die Registrierung einer Domain.

Mindestens diese Informationen gehören auf Ihre Website:

  • eine Beschreibung Ihres Angebots und Ihrer Leistung
  • Referenzen und Arbeitsproben
  • Möglichkeiten um Kontakt aufzunehmen (E-Mail, Telefon, XING, etc.)

Ob Sie nun konkrete Angebote mit Preisen online verfügbar machen ist Ihnen überlassen. Der Erfolg von konkreten Angeboten ist von Ihrer Zielgruppe und der Branche abhängig.

Erste Kunden finden

Der erste Kunde ist wahrscheinlich der wichtigste, weil Sie ihn als Referenz vorzeigen können und erste Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern sammeln. Doch wie kommen Sie zum ersten Auftrag?

Idealerweise haben Sie schon den ersten Auftrag in der Tasche bevor Sie gründen. Dann sind Sie in der ersten Zeit vom Erfolgsdruck befreit und können sich ganz und gar auf die Einrichtung Ihres Unternehmens kümmern. Es ist aber nicht immer so, dass Ihnen die Kunden von Anfang an die Tür einrennen.

Es ist enorm wichtig, von Beginn an sein Angebot möglicht vielen Menschen bekannt zu machen. Deshalb informieren Sie jeden Bekannten und Verwandten über Ihr Angebot. Nutzen Sie die Kontakte aus der Vergangenheit, um potentielle Kunden zu gewinnen.

Eine gute Anlaufstelle sind Verzeichnisse und Jobportale für Freelancer. Hier eine Auswahl:

Mit der Zeit werden Sie ausreichend Referenzen sammeln, sodass Sie potentielle Kunden von Ihrer Leistung mit Praxisbeispielen überzeugen können. Sie sollten permanent auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten sein, ohne dabei den Fokus auf das Wesentliche und Machbare zu verlieren.

Preise kalkulieren und wasserdichte Angebote erstellen

Das Erstellen von Angeboten ist keine schwierige Sache. Sie sollten nur im Hinterkopf behalten, dass es im Wesentlichen um zwei Dinge geht:
– Ihre Kosten zu decken und einen Gewinn zu erwirtschaften und
– eine Win-Win-Situation zwischen Ihnen und dem Kunden herzustellen

Um einen Gewinn zu erwirtschaften rechnen Sie Ihre monatlichen Kosten zusammen, analysieren die Arbeitszeit für den Auftrag und die Verwaltung. Im Anschluss teilen Sie die Kosten durch die Arbeitsstunden und schlagen noch den Gewinn oben drauf.

Doch wie viel ist Ihr Kunde bereit zu zahlen? Es gibt Verkäufer die behaupten alles zu jedem Preis verkaufen zu können. Um sich einen Überblick über die üblichen Marktpreise zu verschaffen ist es ratsam die Konkurrenz genauer unter die Lupe zu nehmen. Schauen Sie sich um und vergleichen Sie die Preise.

Doch Achtung: Nur weil Sie gerade erst Ihr Unternehmen gegründet haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie der günstigste Anbieter sein müssen!

Ein gutes Angebot schafft schon beim Betrachten einen Mehrwert für den Kunden. Der Kunde sollte das Gefühl haben für den Preis auch einen angemessenen gegenwert zu bekommen. Deshalb ist es enorm wichtig alle Leistungen genau zu beschreiben und aufzulisten. Nur so bekommt der Kunde ein Gefühl dafür was Sie leisten und jeder Teil des Angebotes kann separat bewertet werden.

Sollten Sie sich nicht sicher sein wie hoch der Aufwand am Ende tatsächlich ist, dann teilen Sie das auch von Beginn an mit. Sonst bleiben Sie auf den Kosten selber sitzen. Kein Kunde verlangt von Ihnen, dass Sie allein die Kosten tragen.

Ein häufiges Problem sind Kunden, die mehr verlangen als vereinbart ist. In diesem Fall sollten Sie strikt handeln und sofort mitteilen, wenn eine Arbeit nicht im Angebot steht und Mehrkosten verursacht. Schon deshalb beschreiben Sie im Angebot die Leistungen so genau wie möglich und hinterfragen kritisch jeden einzelnen Punkt des Angebots.

Manche Auftraggeber verlangen einen Vertrag über die Zusammenarbeit. Lesen Sie diesen unbedingt sorgsam durch und nehmen Sie sich Zeit, um sich mit dem Inhalt vertraut zu machen. Wer Ihnen die Pistole auf die Brust setzt, hat meist nichts Gutes im Sinn.

Mehr dazu finden Sie im Ratgeber So kalkulieren Sie Ihre Preise und maximieren Ihren Gewinn

Aufträge professionell bearbeiten und abschließen

Das wichtigste beim managen eines Auftrages ist neben der eigentlichen Leistung die Kommunikation mit dem Kunden. Sie sollten schon vor dem Angebot genau hinterfragen was tatsächlich gewünscht wird. Versuchen Sie so früh wie möglich Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Kommunizieren Sie von beginn an ganz genau was möglich ist und was nicht. Denken Sie dabei nicht nur an die eigentliche Leistung, sonder auch an den Zeitrahmen und den Preis.

Sollte es einmal zu Schwierigkeiten wie Zeitverzögerungen kommen, dann nehmen Sie so schnell wie möglich Kontakt auf und bieten Sie einen Lösungsvorschlag an. Ihr Kunde interessiert sich nicht dafür warum etwas nicht geklappt hat, sondern wie Sie das Problem aus der Welt schaffen. Gehen Sie immer offensiv mit Fehlern um und bieten Sie Lösungsvorschläge an.

Das macht Sie in den Augen Ihres Auftraggebers zu einem verlässlichen und seriösen Partner.

Legen Sie für einzelne Abschnitte des Auftrages mit Ihrem Kunden zusammen Milestones fest. So haben Sie einen festen Plan im Hinterkopf und der Kunde weiß, wann er mit einem Teilerfolg rechnen kann. gerade ei umfangreichen Projekten macht das

zu jedem Auftrag gehört ein Gespräch vor dem Beginn (Kick-Off-Meeting) und ein Abschlussgespräch. Gerade im Abschlussgespräch haben Sie die Chance Folgeaufträge vorzubereiten und Probleme bei der Auftragsabwicklung anzusprechen. Ihr Kunde wird es genauso halten.

Rechnungen schreiben

Eines der angenehmen Dinge im Leben eines Selbständigen ist das Schreiben von Rechnungen. Bekommt man doch am Ende eines Auftrages – so schwierig er auch gewesen sein mag – den Lohn für seine Mühen.

In Deutschland gibt es einige Vorschrift was genau auf einer Rechnung zu stehen hat. Was genau das ist können Sie im Beitrag Pflichtangaben auf Rechnungen nachlesen.

Abgesehen von den Pflichtangaben sollten Sie immer ein Zahlungsziel, also den Zeitpunkt bis zu dem der Rechnungsbetrag auf dem Konto eingegangen sein soll, angeben. Es ist nun einmal so, dass viele Auftraggeber erst zu diesem Zahlungsziel hin Ihr Geld anweisen. Es ist wahrscheinlich eine psychologischer Trick, die Dinge immer erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen – wer kennt das nicht…

Am Besten erstellen Sie die Rechnung so ähnlich wie Ihr Angebot. Also mit allen Teilleistungen und dem dazu gehörigen Aufwand. So bleibt Ihre Rechnung für den Kunden transparent und nachvollziehbar. Damit vermeiden Sie Diskussionen und Irritationen.

Sie sollten nicht gleich einen tag nach der Zahlungsfrist das Mahnverfahren beginnen. Warten Sie paar Tage ab und versuchen Sie dann zuerst eine telefonische Klärung bzw. eine nachfrage per E-Mail zu starten. Oft ist es keine böse Absicht oder ein Zahlungsengpass, sondern nur Schludrigkeit.

Sollte Ihr Kunde einmal Zahlungsschwierigkeiten haben, dann vereinbaren Sie mehrer Raten. Das ist immer noch besser, als auf den kompletten Rechnungsbetrag zu verzichten. Bei größeren Projekten die über eine längeren Zeitraum laufen, sind Zwischenrechnungen oder eine Vorauszahlung durchaus üblich. Also haben Sie keine Hemmungen einen Abschlag zu verlangen.

Die Roadmap – wohin die Reise gehen soll

Mit der Zeit wird Ihre Selbständigkeit immer erfolgreicher. Sie kommen an einen Punkt an dem Sie sich entscheiden müssen zwischen Wachstum und Expansion oder Innehalten.

Beides ist möglich und Sie entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Mittlerweile gibt es unzählige Selbständige, die nicht vorhaben das nächste große Ding zu landen, sonder einfach nur ein passables Einkommen zu erwirtschaften.

Wachstum heißt immer auch mit größeren Herausforderungen zu Recht zu kommen. Nicht jeder ist dafür geschaffen, ein mittelständisches Unternehmen aufzubauen und zu führen.

Vielmehr kann es befriedigender sein, nicht 12 Stunden am Tag für das eigene Unternehmen zu arbeiten und stattdessen mehr Zeit mit der Familie und mit Freunden zu verbringen.

Es gibt einen immer stärkeren Trend zur ausgewogenen Work-Life-Balance – mit weniger Arbeit und Einkommen, dafür mit mehr Freizeit und weniger Stress.

Die Ziele festlegen

Egal wofür Sie sich entscheiden, Sie sollten immer ein Ziel vor Augen haben. machen Sie sich zu Beginn eines Jahres, eines Monats und einer Woche einen genauen Plan, was Sie erreichen möchten. Diese Ziele brechen Sie dann in einzelne Arbeitsschritte herunter und verteilen sie auf einen eingegrenzten Zeitraum.

So können Sie permanent den Fortschritt Ihrer Vorhaben verfolgen und bei Bedarf die Richtung korrigieren.

Erfolgreiche Unternehmer haben immer ein genaues Ziel vor Augen!

Fazit

Nun haben Sie einen guten Überblick über die wichtigsten Hürden der Selbständigkeit bekommen. Der alles entscheidende Faktor sind jedoch Sie. Starten Sie am Besten noch heute und schieben Sie Ihren Start in die Selbständigkeit nicht auf die lange Bank.

Gründe zum Zweifeln und Rückschläge haben Ihre Berechtigung und niemand ist zum perfekten Unternehmer geboren. Doch nur wer wirklich etwas anpackt, hat auch die Chance von seinen Mühen etwas zu ernten.

packen Sie es an und lassen Sie sich nicht entmutigen! Das ist die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Business.