Designermöbel aus China


myfab.com

Das Querdenk Magazin von consulteria nimmt uns heute mit auf eine Reise nach China und zeigt uns was alles in unserer vernetzten Warenwelt möglich ist. consulteria berichtet einmal im Monat auf Werk Ost über clevere Business-Ideen und smarte Anregungen für erfolgreiche Startegien.

China-Import, da denken doch die meisten von uns an schlecht und billig produzierte Imitationen und Massenware. Aber das in China auch hochwertige Designmöbel hergestellt werden können, die dann preislich weit unter den üblichen Angeboten liegen, ist eine sehr interessante Möglichkeit, Kunden anzusprechen, die sich normalerweise keine Designermöbel leisten würden. Wie das geht, zeigt uns das Start-up-Unternehmen myfab.com.

Design on demand” macht den Unterschied

Eine Welt ohne Großhändler, ohne Zwischenlager, ohne Warenhäuser. So oder so ähnlich lautet die Vision von myfab.com, was “meine Fabrik” bedeutet: Die Nutzer bestellen ein Produkt, das direkt von der Fabrik nach Hause geliefert wird.

Ergebnis: 70 Prozent Ersparnis gegenüber dem vergleichbaren Ladenpreis. Ein Designersofa, das im Laden 4000 Euro kostet, wird für 200 Euro produziert. Der Rest geht für Zwischenhandel, Transport, Lagerung und natürlich die Margen drauf.

“Myfab.com schaltet diese Zwischenstufen aus”, sagt Jesper Wahrendorf, Deutschland-Chef des französischen Start-ups Myfab.com.

Das Konzept heißt “Design on demand”. Designer machen auf der Internetseite Vorschläge für die Produkte. Produziert wird dann hauptsächlich in China.

Myfab startet mit Möbeln, weil hier der Unterschied zwischen Produktionskosten und Verkaufspreis am größten ist. Die Nutzer stimmen ab, welche Produkte dann produziert werden sollen.

“Sobald das Produkt in die Herstellung geht, nehmen wir Bestellungen an. Ein Sofa kostet statt der 4000 Euro im Laden bei uns etwa 700 Euro”, sagt Wahrendorf, der Transport von Asien nach Deutschland muss auch in diesem Modell berechnet werden. Zwischen Bestellung und Lieferung ins Haus liegen zehn bis achtzehn Wochen Zeit.

myfab.com

Die Geschichte von myfab.com

Myfab wurde 2008 von den vier Franzosen Stéphane Setbon, Patrick Bohbot, Miguel Gomard und Adrien Dassault gegründet. Seit dem Start im April 2008 hat Myfab rund 80.000 Produkte verkauft; jeden Monat werden nach Angaben des Unternehmens 25 Container nach Europa verschifft.

Die Produzenten haben ihren Sitz überwiegend in China, wo auch die meisten der 80 Angestellen von Myfab arbeiten. Ihre Aufgabe sind die Verhandlungen mit den lokalen Herstellern. Die Fabriken in China sind sorgfältig ausgewählt, diverse Markensteller arbeiten mit denselben Produzenten zusammen, erklärt myfab. Das Startup will zudem künftig alle Produkte vom TÜV überprüfen lassen.

Das Unternehmen hat mit Möbeln begonnen, doch weitere Produkte sollen folgen. “In Frankreich werden auch schon Textilien angeboten. Auch Schmuck ist denkbar. Generell sind alle Produkte interessant, die eine hohe Differenz zwischen Herstellkosten und Verkaufspreis ausweisen. Hier können wir einen deutlichen Preisvorteil verschaffen”, sagt Wahrendorf.

So funktioniert das myfab.com-Prinzip

Abgesehen von der faszinierenden Möglichkeit, das Design der Möbel selbst mitzubestimmen, gefällt uns besonders der Ansatz, hochwertige Produkte in einem Land herstellen zu lassen, das normalerweise nicht primär für Qualität und Design steht, und den preislichen Vorteil an die Kunden weiterzugeben.

Wenn auch Sie vom myfab.com-Prinzip profitieren wollen, überlegen Sie sich

  • Gibt es für mich die Möglichkeit, meine Produkte in einem anderen Land herstellen zu lassen und dadurch Kosten zu sparen?
  • Gibt es ungewöhnliche Produktionsstätten, die bisher wenig genutzt werden und die ich nutzen kann?
  • Kann ich meine Kunden am Design meiner Produkte beteiligen?

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Website myfab.com
Spiegel-online über myfab.com
Pressemitteilung zum Deutschland-Start von myfab.com
FAZ.net über myfab.com