Mobilfunk im Flugzeug – Neue Möglichkeiten


Dank eines neuen Sicherheitssystems gibt es nun keine sicherheitstechnischen Bedenken mehr, wenn es um das mobile Telefonieren im Internet geht. Wer über den Wolken mit seinem Handy telefonieren muss, bringt kein Flugzeug mehr in Gefahr. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis alle Maschinen entsprechend umgerüstet sind.

Bislang war telefonieren auch in der Business Class verboten

Reisende, die nach dem Flug eilig nach Zigaretten und Feuerzeug suchen, gehören heute einer Minderheit an. Der Teil der Passagiere, die gleich nach der Landung zum Handy greift, ist weitaus höher. Schließlich muss ja geklärt sein, ob man während des Fluges, bei dem man das Handy nicht betreiben darf, Anrufe und Nachrichten verpasst hat.

Das soll sich nun sehr bald ändern. Die europäische Flugaufsichtsbehörde (EASA) hat nun ein System zugelassen, das es den Reisenden auch während des Fluges ermöglich, ihre Mobiltelefone zu nutzen. Mit Einsatz des „On-Air-Systems“ arbeiten die Telefone auch in 10.000 Meter Höhe mit sehr geringer Leistung – eine Beeinflussung der Bordelektronik ist dabei ausgeschlossen. Ein in die Bordwand verlegtes Antennenkabel bündelt die Signale der Mobilfunkgeräte und leitet sie weiter an eine Basisstation im Flugzeug. Von der Basisstation werden dann die Verbindungen zu den üblichen Bodenstationen aufgebaut.

Durch diese Technik entstehen dem Telefonierenden nicht unwesentliche Roaming-Kosten -ähnlich wie beim Betreiben eines Handys im Ausland.

Ein Problem, an das keiner gedacht hat

Neben den zu erwartenden hohen Gesprächsgebühren zeichnet sich ein weiteres Problem ab, nämlich die fehlende Akzeptanz unter den Passagieren. Für Geschäftsreisende sehr interessant, für den privaten Urlauber unter Umständen nervig.

So macht man sich bereits heute Gedanken, ob abgetrennte „Handy-Zonen“ innerhalb des Flugzeuges diesem Problem entgegenwirken können. Technisch möglich wäre auch ein sogenannter „Voice-Off-Modus“. In diesem Modus werden nur geräuschlose Kurznachrichten und Vibrationsalarm zugelassen, das eigentliche Telefonieren wäre in diesem Fall nicht mehr möglich.

Verschiedene Meinungen

Ryanair oder Air France zählen zu den Fluggesellschaften, die den offiziellen Start kaum erwarten können. Bereits seit Ende 2006 werden immer wieder Tests mit der neuen Technik durchgeführt, über die Ergebnisse hält man sich allerdings bedeckt. Verschiedene Airlines haben begonnen, ihre Passagiere konkret zu fragen, ob das Telefonieren beim Flug gewünscht wird oder nicht oder ob das Abschalten des Systems bei Nachtflügen von Vorteil sei.
Nach einer Umfrage der Lufthansa wünscht die Mehrzahl der Reisenden weiterhin die „Telefonfreiheit“. Lediglich Kurznachrichten (SMS) und Email-Verkehr sollen auf Dauer in den Lufthansa-Maschinen zugelassen werden.

Fazit

Die ersten Flüge mit der neuen „On-Air“-Technik sollen schon in diesem Jahr starten. Neben der EASA bedarf es aber noch den Zustimmungen der jeweiligen Luftfahrt- und Telekommunikationsbehörden. Das Unternehmen „OnAir“ rechnet bereits im Jahr 2009 mit einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro an Telefongebühren.